Mira stand auf einer bunten Sommerwiese. Die Grillen zirpten,
die Vöglein zwitscherten fröhliche Lieder und es flogen viele

schimmernde Schmetterlinge durch die Luft. Eine glockenhelle

Stimme erklang und sagte "Hallo Mira, herzlich willkommen in der Welt der Fantasie!"
Vor ihr stand der kleine Drache, auf seinem Rücken saß die Elfe und sprach "Wir sind Lisa und Kasimir und freuen uns, dass du den Weg zu uns gefunden hast!"
Mira wusste nicht so recht, was sie sagen sollte. "Hallo! Ich bin Mira!"
Der Drache nickte. "Ja, wir kennen dich und brauchen deine Hilfe! Ein böser Drache bedroht das Land der Elfenkönigin. Er vergiftet mit seinem heißen Atem die Luft. Jedes Lebewesen, das diese Luft einatmet, wird unendlich müde und träge. Dann sind alle eingeschlafen. Nur wir beide konnten uns retten, weil wir in das Medaillon geflüchtet sind. Wir mussten Hilfe suchen, so sind wir in deine Welt geflogen und du hast uns gefunden!"


Meine Welt? Die Welt der Fantasie? Es gibt doch nur eine Welt und die heisst Erde, dass hatte Mira von ihrem großen Bruder Arim so erklärt bekommen. Träumte Mira das alles? Sie kniff sich in die Nase, Aua!

Ach was, sagte sich Mira. Ich sehe die beiden, ich sehe die Wiese und die Schmetterlinge und wenn ich mich kneife, tut es weh. Also träume ich nicht!


Mama würde jetzt sagen, Mira du bist ein Dummerchen. Aber Oma hat immer zu Mira gesagt "Meine kleine Mira, bewahre dir immer deine Fantasie, als Kind und ganz besonders, wenn du einmal groß und erwachsen bist. Fantasie ist das allerschönste Geschenk, das man sich und anderen geben kann!"
Ja Oma, dachte Mira bei sich, ich habe die Fantasie hier bei Lisa und Kasimir zu sein. Mir doch egal, ob es real ist oder nicht.

 

Lisa zauberte einen großen Spiegel auf die Wiese und Mira sollte hinein schauen. Was war das?
Mira sah eine Elfe, mit langen Haaren, zierlichen Flügeln und einem hellblauen Kleidchen. Die Elfe hatte einen schillernden Zauberstab in der Hand und ein silbernes Medaillon um den Hals. Wer war das, den Mira da sah?
Fragend schaute sie zu Kasimir, er nickte ihr zu und Lisa sagte "Das ist der Möchtegern-Spiegel! Wer hineinschaut, sieht sich so, wie er in diesem Moment sein möchte. Auch wenn man eine ganz andere Meinung von sich hat!"
Mira war ganz aufgeregt und fragte erstaunt "Dann...dann... bin ich die Elfe da im Spiegel?"
Lisa und Kasimir lachten sie an. Mira schaute noch einmal in den Spiegel. Sie war nicht mehr pummelig und ihr Haar, das sie sonst nie mochte, war blond und lockig.

Mira war glücklich und beschloss, dass die Elfe Mira alles tun wird, um die anderen Elfen zu retten.


Lisa nahm Mira an die Hand und sagte "Komm, steige auf Kasimirs Rücken, den Rest erzähle ich dir unterwegs!"
Mira kletterte, wie selbstverständlich, hinauf und hielt sich an einer Rückenzacke fest, an eine andere lehnte sie sich an. Kasimir erhob sich in die Luft und sie flogen los.

 

Mira wusste nicht, was sie sagen oder denken sollte. Sie flog auf dem Rücken eines Drachen und neben ihr saß eine Elfe. Dass würde ihr niemand glauben! Na und, sagte Mira sich. Glaubt es eben niemand, ich weiss es und erlebe es gerade.


Fliegen war supertoll, Mira schaute in die Wolken. Sie sahen aus wie aus Watte, manche wie ein Schäfchen oder ein Elefant. Unter ihnen waren gelbe Felder, grüne Wiesen, blaue Seen und bunte Wälder zusehen.